Archive for the ‘Orgelromantik’ Category

Klinda, Ferdinand Orgelregistrierung

Sonntag, November 14th, 2010

Dieses Buch, das 1995 bei Breitkopf&Härtel in der 2.Auflage erschienen ist, was ganz sicher bei der gegenwärtigen Orgelliteratur eine besondere Auszeichnung ist, hat mich von Beginn an zutiefst begeistert.

Wir erfahren hier nicht nur etwas über die Orgelregistrierungen sondern ebenso über Orgelklang und Orgelgestalt. Und das natürlich immer, da sich das Buch zuerst einmal  an den Orgelspieler wendet, im Kontext zur Orgelliteratur, sprich zum Notenmaterial und den Kompositionen die für Orgel geschrieben wurden.

Also Historie, Orgeltyp- und Komposition, sein Klang und seine Beziehung zu den bestimmten Ländern und Zeiten darzustellen und  in einer dermaßen leicht zu lesenden Schrift zusammenzufassen, das war ein großes Kunststück, das Ferdinand Klinda hier gelungen ist.

Hier zunächst das Inhaltsverzeichnis des Buches:

Teil I Allgemeines zur Klanggestaltung

Einleitung

Historische Grundlagen der Registrierkunst

Theorien des Registrierens

Orgelbaukundliche Erkenntnisse

Probleme der Stimmungen

Registermischungen

Klangwechsel

Raumakustische Betrachtungen

Hörpsychologische Betrachtrungen

Der gute Geschmack

Teil II Stilregistrierungen

Registrierungen mittelalterlichen Orgelmusik

Registrierungen italienischer Orgelmusik des 16. bis 19.JH

Registrierungen niederländischer Orgelmusik des 16. bis 18.JH

Registrierungen  französischer Orgelmusik des 17. und 18.JH

Registrierungen englischer Orgelmusik des 16. bis 18.JH

Registrierungen spanischer Orgelmusik des 16. bis 18. JH

Registrierungen deutscher Orgelmusik des 16. bis 18.JH

Zur Registrierung de Orgelwerke Johann Sebastian Bachs

Registrierungen polnischer Orgelmusik des 17. und 18.JH

Registrierung der Orgelmusik des 19.JH

Registrierung der Orgelmusik des 20.JH

Klinda, Ferdinand (1995): Orgelregistrierunge /// Orgelregistrierung. Klanggestaltung der Orgelmusik /// Klanggestaltung d. Orgelmusik. 2., verb. Aufl. Wiesbaden u.a: Breitkopf & Härtel

 

Ich möchte auf unseren Blog über italienische Orgelregistrierung verweisen, wo ein größerer Auszug aus dem Buch vorgenommen wurde:

Grundlagen der klassischen italienischen Orgel und ihre Parallelen in Santa Cecilia

 Und ich möchte einen weiteren Auszug geben aus Kapitel 21 – Registrierungen der Orgelmusik des 19.JH.    

Kapitel 21

Registrierungen der Orgelmusik des 19.Jahrhunderts

 

Der für die Orgelmusik des 19.JH verwendete Begriff Orgelromantik schließt in sich viele unterschiedliche Stilmerkmale ein; darum bedeutet er kaum mehr als eine Sammelbezeichnung für einen allgemeinen, bereits im Bach-Zeitalter sich anbahnenden Entwicklungstrend. Die Musik des 19.JHs mit ihren  neuen inhaltlichen, kompositorischen und spieltechnischen Elementen entspringt einem geänderten Klangideal. Weil dies aber in krassem Widerspruch zu den Prinzipien der klassischen Orgelkunst steht, wurde die ganze Epoche der Orgelromantik, zumindest in Deutschland, aus der Sicht der Orgelerneuerungsbestrebungen des 20. Jahrhunderts lange als Verfallserschei­nung betrachtet und abgelehnt.

 

Die Klangwelt der Orgelromantik ist tatsächlich andersgeartet als die der vorherigen und nachfolgenden Epochen und kann nicht mit deren Maßstäben gewertet werden. Das Musikschaffen in der Zeit der Romantik basierte auf eigenen ästhetischen Grundsätzen und zielte auf andere Emotionsbereiche. Mit absoluten Wertschätzungen, mit klassischen Begriffen der Orgelkunde oder mit Berufung auf ein »immanentes Gesetz der Orgel« kann man nicht zum Verständnis der romantischen Orgelmusik gelangen. So wie in allen früheren Zeiten sind auch der romantische Orgelklang und seine Anwendung ein inte­grierter, unverwechselbarer Bestandteil der Epoche. Gewiß wird diese Musik auch auf anderen Orgeltypen gespielt - das ist das Schicksal aller Orgelmusik -, doch kann sie nicht nachträglich aus einem späteren Ideal erklärt oder »nachgestaltet« werden. Zum rechten Verständnis kommt man auch hier nicht ohne das Bewußtwerden der Einheit von inhaltlichem Erfassen und klanglicher Realisierung.

Charakteristisch und progressiv ist an der romantischen Klangästhetik, daß u. a. neue, bisher kaum beachtete Klangelemente Gewicht erhalten und auch inhaltlich eine bedeu­tende Rolle spielen, weil sie in nie dagewesenem Maße am Musikprozeß beteiligt wer­den.

 

Die wichtigsten Merkmale der romantischen Orgelklang-Gestaltung sind folgende:

 

1.  Die Dynamik erhält erstrangige Bedeutung. Statt der flächenhaften Klangbehandlung und der klassischen Werkkontraste werden progressive Steigerungen und Abschwächungen des Klanges als wichtige Bauelemente des Stückes verwendet und zugleich als Aus­drucksmittel auch in kurzen Abschnitten genutzt. Der werkmäßige Klangaufbau der Orgel wird aufgegeben und stattdessen eine dynamisch terrassenhaft gestufte Ordnung der Manuale eingeführt. Das erste, als Hauptmanual, ist das stärkste, jedes weitere ist zunehmend schwächer besetzt. Die Orgel wird als einheitlicher Klangkörper aufgefaßt, die Einzelstimmen werden in eine dynamische Hierarchie eingeordnet. Der dynamische Bereich der Orgel führt bis in Extreme: in kaum noch zu hörende Säuselregister und Sammelschaltungen aller Orgelregister zum Tutti.

2.  Im Bereich der Klangfarben entwickelt sich die Vorliebe für kleinste Unterschiede und Schattierungen innerhalb einzelner Registergruppen, für weiche, satte und dunklere Far­ben, für grundtönige Klänge mit mehr Fülle und Gravität, aber auch für streichende Klänge und solistische orchestrale Zungen. Die Dispositionen werden zunehmend grundtöniger, die 8′-Lage wird vorherrschend, höhere Fußtonlagen dienen nur zur Verstär­kung der Klangbasis. Hohe Mixturen und Zimbeln vermeidet man; krasse, scharfe und durch Obertonregister erzeugte synthetische Klänge sind unbeliebt. Die nun tiefer lie­genden und tief repetierenden Mixturen sollen lediglich die letzte Steigerung bewirken - auch sie dienen der Verstärkung des Grundtones. Auf den Tonhöhenwert der Ton­leiter wird erneut mehr Gewicht gelegt. »Hilfsstimmen« und gemischte Stimmen sollen »nur den Zweck haben, die Klangfülle durch Verstärkung der Obertöne zu vermehren, nicht aber das Gefühl für Tonhöhe in bezug auf verschiedene Oktavlagen gänzlich zu verwirren« (Hugo Riemann, Handbuch der Orgel, Berlin 1888). Von den Mixturen ver­langt man, daß sie weit mensuriert sind und nicht höher als auf 2′ anfangen. Die Oktav­chöre sollen das Übergewicht behalten, damit die Bedeutung des Haupttons eindeutig ist. Die Repetitionen werden als notwendiges Übel angesehen. Darum wird die nicht repetierende Progressio harmonica gebaut; das Kornett gilt als beliebteste gemischte Stimme - vielfach als Kornettmixtur einzige Klangkrone der kleineren Orgeln.

3.   Die Aliquoten erhalten eine andere Funktion, es kommt im Gebrauch zu einer Um­wertung. Diese nunmehr als »Neben-Register« oder »Hilfsstimmen« eingestuften Re­gister werden nicht mehr als Klangcharakteristika, sondern nur zur Unterstützung, Stär­kung und Färbung der 8′-Lage gebraucht und nie in Lückenregistrierungen, nur mit komplettem, massivem Unterbau eingesetzt. Das 16′-Register wird in jedem Manual verlangt, »da hierdurch erst die Tonfülle gesichert ist. Quintatön 16′ als einzige l6-füßige Stimme zu nehmen ist zu verwerfen, da diese keinen festen Grundton gibt« (A. Grosse- Weischede, Orgelbau, Orgelton und Orgelspiel, Bochum 1910).

4.  Die registrative Steigerung wird dementsprechend in einer anderen Reihenfolge der Register und mit dem Ziel eines stufenlosen dynamischen Anwachsens des Klanges durch­geführt. Riemann lehrt im Handbuch der Orgel: »Um zuerst von den Manualstimmen zu sprechen, so kann eine schwache Flötenstimme 8′ zuerst durch Hinzufügung von einer, zwei oder drei sanften Flötenstimmen, und zwar ebenfalls zu 8′, allmählich verstärkt werden. Erst dann würde Prinzipal 8′, dann Oktave 4′, dann Bourdon oder Gedackt 16′ hinzutreten. Eine weitere Verstärkung bringt eine Quinte 22/3 (zu Prinzipal 8′ gehörig)  gewalcker@t-online.de

 

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Berühmte Orgeln der USA - Hans Uwe Hielscher

Samstag, April 24th, 2010

Ohne dieses Standardwerk kommt man heute, selbst als sprachlich versierter Internetuser, kaum in den Genuss den angloamerikanischen Orgelbau richtig und grundsätzlich verstehen zu können.Von Hielscher werden (alle) wichtigen Orgeln mit Dispositionen erläutert. Neben geschichtlicher Entwicklung zeigt er Besonderheiten des us-amerikanischen Orgelbaus. Und er beschreibt die ganz wichtigen Instrumente detailliert. Natürlich sind allen Orgeln die Dispositionen beigeheftet. Ich habe alle die bei ihm aufgeführten Orgeln hier listenmässig in den Blog aufgeführt, so dass jeder der diesen Blog ausdruckt ein übersichtliches Dokument über den nordamerikanischen Orgelbau in der Hand hat.

Buchtitel und Data: Hans Uwe Hielscher, Berühmte Orgeln der USA, 2.Auflage 2002, Verlag Christoph Dohr, ISBN 3925366911

 

 

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Einflüsse auf den us-amerikanischen Orgelbau:

Europäische Romantizismen, englische Kathedraltraditionen, das farbige symphonische Konzept Cavaillé-Colls und französischer Komponisten, Orchestertranskriptionen und Theaterorgeln haben allesamt Einfluss auf den amerikanischen Orgelbau des 19.Jahrhunderts. Die älteren Firmen wie Hook & Hastings, Hutchings, Roosevelt, Pilcher, Estex, Kimball, Hall, Möller, Skinner, Austin oder Wurlitzer antworten auf die Nachfrage der neuen amerikanischen Orgel von der Jahrundertwende an. Aber es ist wichtig festzuhalten, dass der Begriff „amerikanischer Orgelbau“ bis zum Ende des 19.Jahrhunderts für mechanische Orgeln steht. Zwar verrsuchen sich Orgelbauer wie Hutchings, Möller, Hook & Hastings, Estex und Pilcher schon früh an Röhrenpneumatik, aber badl folgt man den Pionierarbeiten der Roosvelts auf dem Weg in die elektropneumatische Traktur, mit der die Mehrzahl nach 1900 erbauten größeren Orgeln Amerikas ausgestattet wird.

Die USA-Begeisterung des Hans-Uwe Hielscher ist also nicht zu überhören. Wenngleich es vielleicht angemessen wäre, die USA heutzutage nicht unbedingt mit ganz Amerika gleichzusetzen.

Dass auch in den Staaten sich zunächst Pneumatik und dann Elektropneumatik ihre technischen Wege bahnten, ist nicht verwunderlich. Es mutet eher seltsam an. die begeisterte Aufnahme heutzutage der „Elektrizität“ die nicht nur bei den ersten Orgeln (von etwa 1900 bis zum ersten Weltkrieg) ihre besonderen Heimtücken erst im laufe der Zeit offenbarten, als verschmorte Kontakte und die Empfindlichkeit der Reisserschen Solenoidmagneten langsam ins Bewusstsein drangen. Oft wurden zu dieser Zeit , in den USA wie auch in Europa, komplette Kontaktarmaturen größerer Orgel beinahe jährlich ausgetauscht, was man schon als Fortschritt empfand gegenüber den ersten „elektrischen“ (Weigle-Orgel 1872 während der Weltausstellung) bei denen das pro Konzert gehandhabt wurde.

Insofern schließe ich mich Hielscher überhaupt nicht an in der Auffassung, dass elektrische Systeme vor dem Ersten Weltkrieg besondere Vorteile hatten gegenüber anderen Techniken.

 

Geschichte des amerikanischen Orgelbaus

Beeinflusst durch die neue Walcker-Orgel der Boston Music Hall (1863), werden die Dispositionen in größeren Instrumenten durch neue Register erweitert, besonders bei Hook & Hastings, Hohnson, Hurchings oder Roosevelt. Im Gret kommen weitere Mixturen und Aliquote hinzu, und schon um 1875 sind komplette Zungenchöre zu 16’ 8’ und 4’ im Great und Swell keine Seltenheit. Das Choir steht erst ab ca. 1890 im Schwellwerk. Hier sind oft zwei Diapason 8’ ( Geigen und English) disponiert sowie Gedackte und oder Flöten der 8’ Lagen und verschiedene Formen der 4’- und 2’ Lage. Das Pedal in größeren Orgeln wird um labiale 8’ , 4’ und Cornet-Mixturen erweitert. Ab ca. 1900 werden erstmals elektrische Gebläsemotoren eingebaut. In der Intonation legt man Wert auf einen durchsichtigen Prinzipalchor von mittleren Mensuren. Die Trompeten klingen rauh., Oboen und Klarinetten sind die einzigen ergänzenden Zungen, die Vos humana wird Ende des Jahrhunderts eingeführt.

1905-1914 steigt die Zahl der Immigranten jährlich auf über eine Million (…) vor allem aus Russland, Italien, Österreich (..)

Zu den europäischen Musikern die im ersten Viertel des Jahrhundert nach USA reisen sind A. Guilmant, J.Bonnet, L, Vierne, M. Dupré, lässt außer Acht, dass Karg-Ehlert u.a. deutsche Organisten dorthin reisen

Neue Firmen erobern den Markt (Möller, Austin, Skinner)  (..) Wurlitzer Kinoorgel

Rückbesinnung auf den klassischen Orgelbau (Holtkamp, Harrison später Fisk, Andover, Noack, Schantz, Möller, Austin, Wicks, Fritts)

In heutigen Tagen sind viele Orgeln mit elektronischen Zusatzregister (Allen)

 

Die Orgelbauer des 19. und 20. Jahrhunderts

Darstellung der einzelnen Firmen mit Gründungsjahr, wobei der Schwerpunkt auf Darstellung von Skinner liegt.

Goodrich 1805,

Pilcher & Sons 1820,

Henry Erben 1822,

Hook & Hastings 1827,

Richard M.Ferris 1840,

Johnson & Son,

Simmons 1845,

Estex Organ Comp. 1846,

Jardine 1850,

Kilgen & Sons 1851,

Odell 1859,

Pfeffer 1859,

Midmer-Losh 1860,

Steere & Turner 1867,

Hilborne und Roosevelt 1872,

Schantz 1873,

Hutchings & Votey 1875,

Möller 1875,

Schoenstein 1877,

Casavant 1879,

Farrand & Votey 1890,

Kimbal 1890,

Murray M. Harris 1895,

Austin 1899,

Aeolian 1900,

Skinner 1901,

Hope-Jones 1907,

Wicks 1908,

Reuter 1917,

Aeolian-Skinner 1931,

Holtkamp 1931,

Schlicker 1932,

Andover 1948

Noack 1960

Fisk 1961

 

Orgelstadt Boston

So wurde die Ankunft der Walcker-Orgel in Boston weithin als Beginn einer neuen Ära in der amerikanischen Orgelwelt gesehen. (..)

In den folgenden 21 Jahren fanden wöchentliche Orgelkonzert an der neuen Walcker-orgel in der music Hall statt, die Dudley Buck zusammen mit seinen Kollegen aus Boston hier vor einem außerordentlich großem Publikum gab. (…) Standartrepertoire von Bach und Mendelssohn über Rinck, Lemmens, Thiele, Lefébure und vor allem Transkriptionen, gelegentlich auch Improvisationen. Auch virtuose Konzertstücke amerikanischer Komponisten fehlten nicht. (..) sie dienten vor allem dazu, die Effekt- und Perkussionsregister der Orgel vorzustellen, mit dem mächtigen Tutti die Wände erzittern zu lassen (..)

Weitere Orgeldarstellungen mit Dispositionen

Boston, Church of the Immaculate Conception (Hook 1863)

Boston, Cathedral of the Holy Cross (Hook & Hastings 1875 III/70 Reg.)

Boston, Trinity Church (Roosevelt, Skinner, Aeolian-Skinner)

Boston, Church of Convenant IV/64 (Welte-Tripp 1929)

Boston, Church of Advent (Aeolina-Skinner 1936 III/76 Reg)

Boston, Church of Christ (Aeolian-Skinner 1952 IV/153)

Boston, King’s Chapel (Fisk 1964 III/38 Reg.)

Boston, Music Hall (Walcker 1863 IV/88 Reg. – keine Transmissionen)

Methuen, Memorial Music Hall (Aeolian-Skinner 1947, IV 84 Reg. (max. 30%Walcker))

Worcester, Mechanics Hall, (Hook 1864 IV/52 Reg.)

Portland, City Hall (Austin 1912, 1927, IV86 Reg.)

New Haven, Trinity Episcopal Church, (Aeolian-Skinner 1935, III/67 Reg.)

New Haven, St. Mary´s (Hook 1871, III/45 Reg.)

New Haven, Yale University (Hutchings-Votey 1903, Steere 1915, Skinner 1928, IV/142)

New Haven, Yale University Chapel (Holtkamp 1951, III/54)

New Haven, Yale University Chapel (Beckerath 1971 III/39)

New York, Cathedral St. John (Skinner 1911, Aeol-Skinner 1954, IV/95)

New York City, St. Patrick’s Cathedral (Kilgen 1930, V/177 mit Trans)

New York City, St. Bartholomew’s (Skinner 1918, Aeol.-Skinner 1970-71, V/165)

New York City, St. Thomas (Skinner 1913, Aeoli.-Skinner 1956, V/117 mit Trans)

New York City, St. Thomas (Tayler & Body 1996, II/24)

New York City, Riverside (Aeoli.-Skinner 1955, V/146)

New York City, Loyola (Mander 1993, IV/68)

West Point (NY), US Milit.Chapel, (Möller 1911, IV/230)

Ocean Grove (NJ) Great Auditorium (Hope-Jones u.a. 1908, V/164 ranks)

Atlantic City (NJ) Convention Hall, (Midmer-Losh 1929-32, VII/314 Reg.)

Washington DC, National Cathedral (Skinner 1939, Aeol.-Skinner 1964, IV/127 Reg.)

Washington DC, Mational Shrine (Möller 1965 Hauptorgel IV/113 Reg, Chor III/49 Reg.)

Washington DC, Nat.City Christ (Skinner 1930, Möller 1976, V/141 ranks)

Philadelphia, Wanamaker Grand Court Organ (LosAngArtOrganCo 1904, VI/357 Reg)

Philadelphia, Girard College (Skinner 1933, IV/82 Reg)

Kennett Square, Gardens Ballroom (Aeolian 1929, IV/146 ranks)

Pittasburgh Shadyside Presb.Church (Reuter 1995, IV/81 Reg.)

Detroit Jefferson Av.Presb.Church (Skinner 1926, IV/62)

Ann Arbor University (Farrand 1893, Skinner 1929, Aeol.-Skinner 1955 IV/89 Reg.)

Charlotte Calvary (Moller 1990, V/155 Reg.)

Dallas, Meyerson Symph,Center (Fisk, 1992, IV/65)

Denver Trinity Un.Meth.Church (Roosvelt 1888, IV/65)

Colorado Springs Protest.Chapel (Möller-Holtkamp 1964, III/67 mit Trans)

Salt Lake City Mormon Tabernacle (Aeolian-Skinner 1948 (Gehäuse 1869) V/147 Reg.)

Salte Lake City Conferenc Center (Schoenstein 2001, V/103 Reg.)

Seattle University (Reuter 1999, IV/70)

San Francisco Grace Cathedral (Aeolian-Skinner 1934, Casavant 1974, V/91 Reg.)

San Francisco St. Mary´s (Ruffati 1971, IV/65 Reg.)

San Francisco Trinity Epsicopal (Skinner 1925, IV/49)

San Diego Spreckels Organ Pav. (Austin 1914, IV/57)

Garden Grove Crystal Cathedral (Skinner 1962, Ruffatti 1977/82, V/229 Reg.)

Garden Grove Crystel Arboretum (Aeolian-Skinner 1951 IV/72 Reg.)

Redlands University (Casavant 1928, IV/51 Reg.)

Long Beach Los Altos United Meth.Ch. (Simmons 1852, Rosales/Bozem 77/92, II/28 Reg)

Pasadena Presbyterian Church (Aeolian-Skinner 1961 IV/71 Reg.)

Pasadena Lake Avenue Conc.Ch. (Casavant 1989, IV/84 Reg.)

Los Angeles Imm.Presb.Church (Skinner 1929, IV/50 Reg.)

Los Angeles Westminster Chapel (Schlicker 1958, III/27 Reg.)

Los Angeles First Congr. Church (Aeolian-Skinner 1932 V/239 Reg.)

 

Im Anhang befinden sich noch folgende Unterlagen

Ernest Skinner: Eine Studienreise ins Ausland

Henry W.Willis: Mein erster Amerika-Besuch

Besonderheiten amerikanischer Spieltische

Bezeichnung der Tonhöhen an anglo-amerikanischen Orgeln

Erklärungen Registernamen und Fachausdrücke

Nordamerikanische Orgelbaufirmen der Gegenwart

 

gwm

Hans Henny Jahnn - Briefe an Walcker

Sonntag, März 7th, 2010


Hans Henny Jahnn -Briefe 1913-1940 und 1941-1959

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Rund 1300 Briefe von Hans Henny Jahnn sind in besagten zwei Bänden enthalten. Davon sprechen etwa 100 Briefe über den Umgang mit Walcker, was für uns hier von historischer Bedeutung sein könnte.

Beim Studium dieser Briefe darf man jedoch nicht Maßstäbe anlegen, wie sie unter normalen Menschen in ihrem Korrespondenzwesen wohl üblich sind. Denn der Egomane Jahnn hat damit alles andere als sachlich in Orgelfragen hineingeleuchtet. Wir finden unheimliche Überzeichnungen sobald er seine Person zu werten anschickt und wir finden völlige Verstellungen, wenn andere in Position gebracht werden sollen, die womöglich gegenteiliger Ansicht sind. Diese Verzeichnungen sind im Briefwerk von Hans Henny Jahnn, der ganz hervorragende Briefe schreiben konnte, in so bedrückender Form enthalten (ich gelte als der größte Orgelkonstrukteur Europas.., wenigstens 3 Orgelfirmen von Weltruf haben mir dies zu verdanken), dass sie beinahe wie kabarettistische Einlagen wirken.

Der historische Wert dieser Briefe ist daher begrenzt. Man fühlt sich mangelnder Rechtschaffenheit ausgeliefert und glaubt am Ende nicht mehr alles.

Es gibt einen interessanten Beitrag im Spiegel-Archiv, der bei Herausgabe dieser Bände im Jahre 1994 im wesentlichen gut durchdachte Kritiken enthält. In einem Gemisch aus Erwähltheit und Ausgestoßenheit findet sich der gestrandete Wal Hans Henny Jahnn in der falschen Gesellschaft.

 

Hier ein paar Geschmacksproben, die bei Bedarf ergänzt werden.

 

aus BAND 2 Seite 1455 Namensregister

Walcker (Firma) 1006, 1089, 1090

Walcker-Mayer, Werner  Ehemann von Oscar Walckers Tochter Hilde. Nachfolger von O.Walcker in der Orgelbauanstalt E.F.Walcker & Cie. Der Briefwechsel beginnt mit Antritt der Geschäftsübernahme nach dem Tode von Oscar Walcker und wird unregelmäßig bis zu Jahnns Tod geführt 999  (Ergänzung/ Berichtigung: Werner Walcker-Mayer war der Enkel von Oscar Walcker, Sohn von Hildegard Walcker-Mayer und Felix Mayer, gwm)

Walcker, Helene geb Bruhns in Odessa, Ehefrau von Oscar Walcker 637

Walcker, Oscar (1869-1948) Orgelbauer, Inhaber der Firma Walcker in Ludwigsburg. 1.Vorsitzender des Verbandes der Orgelbaumeister Deutschlands e.V. (1926) W. war Mitglied in der Ludwigsburger Loge „Johannes zum wiedererbauten Tempel“ im III.Grad (Aufnahme 1897). – Erste Jahnn-Begegnung fand anlässlich des Straube-Konzertes auf der Praetorius-Orgel 1922 in Freiburg statt. Der umfangreiche nahezu lückenlos in der SUB überlieferte Briefwechsel beginnt bereits im Mai 1922 mit einem Dankschreiben Walckers über die Zusendung des Aufsatzes „Die Orgel und die Mixtur ihres Klanges“. Intensivste Geschäfts-Korrespondenz in den Jahren der Zusammenarbeit von 1931 bis 1939; während des Krieges entsteht ein locker geführter Austausch über theoretisch-harmonikale Fragen; die einjährige Verspätung der im November 1942 begonnenen und im Dezember 1943 fortgesetzten Antwort Jahnns auf W.s Brief von 25.September 1942 wurde von Walcker, wie aus dessen Antwort vom 4.Januar 1944 ersichtlich, nicht bemerkt. (Br.Nr.828) – Intensivere geschäftliche Korrespondenzen wurden nach 1947 geführt.- Die 1909 bis 1912 von W. erbaute Orgel in der Michaelis Kirche in Hamburg gehörte zu Jahnns jugendlichen Musikerlebnissen, (Siehe Tagebucheintragungen 8.September 1913, Frühe Schriften I, S. 164)

123, 137, 145, 147, 148, 152, 156, 173, 257, 258, 275, 280, 288, 296, 300, 303, 304, 308, 309, 310, 320, 331, 336, 338, 343, 344, 354, 359, 364, 366, 369, 371, 378, 379, 381, 382, 383, 386, 388, 389, 390, 391, 396, 399, 463, 466, 467, 469, 477, 484, 491, 494, 500, 509, 513, 526, 541, 549, 571, 581, 599, 600, 616, 632, 637, 638, 651, 656, 657, 674, 675,690,700, 706, 790, 793, 794, 796, 828, 835, 838, 889, 914, 999

- baut Reichsparteitagorgel Nürnberg 547

- bekommt große Hirschparkorgel 341

- Lebenserinnerungen 829

- Orgel Aachen, Christuskirche 700

- Oskalyd-Orgel im Palast-Kinotheater Kopenhagen 657

- Straßburger Orgel 751

 

Briefzitate

 

Brief 637

aus BAND 1 Seite 1077

26.09.1937

an Judith Kárász

(…) Bei Walcker bin ich herzlich empfangen worden. Darüber hinaus nichts. Der Doktor selbst ist älter und verächtlicher gegen die Zeit geworden, seine Frau hatte einen Autounfall, 4 Monate Krankenhaus. In den Tagen meines Besuches war sie zum ersten Mal wieder ausgegangen.

Die Geschäftslage ist schlecht; man versuchte es zu verbergen. Ein paar Auslandsaufträge nach dem Balkan, Australien, die Staatsaufträge halten den Betreib am Leben. Furtwängler und Hammer in Hannover haben die Zahlungen eingestellt. Es ist mir jedenfalls klar geworden, dass die Zukunft des deutschen Orgelbaus ungewiß geworden ist. Das unerträgliche Gedröhn der Siegesorgeln aus der Zeit nach 1871 deckt die Reformgedanken zu. Die Qualität erliegt den Notwendigkeiten. Sie gefriert gleichsam tief unter der Oberfläche; man spricht noch davon. Walcker sagte mir, alle Wissenschaftlichen Untersuchungen hätten mich glänzend gerechtfertigt; der Siegeszug der Schleiflade sei nicht aufzuhalten. Meine Materialtheorie werde auf den Prüfungsämtern als richtig befunden. Der gesamte Orgelbau wünsche sich, unter meinem Befehl zu stehen. Aber leider würde er von Männern kommandiert, die unerschrocken eine andere Meinung vom Geiste der Orgel hätten. Die Harmonik habe ausgespielt. Die Militärmusik werde auch den Klang der zukünftigen Orgel bestimmen. (…)

Anmerkungen von Gerhard Walcker-Mayer: Dieser Brief von Jahnn lässt mich an seiner Aufrichtigkeit zweifeln. Denn es kann nicht sein, dass Oscar Walcker der „Harmonik“ den Laufpass gegeben hat, wo er doch wenige Jahre später Briefe zu schreiben beginnt an Hans Kayser und dessen harmonikales System für Disponierung der Orgel für geeignet hält. Während doch Jahnn mit starken Zweifeln geplagt wird.

Ein Oscar Walcker, der im gleichen Jahr an Körtzinger( Brief vom 27.05.1937) schreibt: „(…) Es ist keine Frage, dass die Kunst und Kultur des 17. und 18.JH außerordentlich groß war, aber diese Zeiten sind uns fremd geworden, insbesondere fehlt uns doch im großen Ganzen die tiefe religiöse Einstellung, die in jener Zeit die Menschheit gehabt hat und der größte Fehler der deutschen Orgelbewegung scheint mir darin zu liegen, dass man das 19. Jahrhundert ausschalten möchte und alles was die Kunst und Musik damals gegeben hat, als romantisch und minderwertig ansieht. Und doch wurzelt unser Volk heute noch tief im 19.Jahrhundert. (…)“ Dieser Oscar Walcker soll also den Wunsch geäußert haben, Jahnn zum Befehlshaber des ganzen deutschen Orgelbaus zu haben. Völlig unglaubwürdig. Diese Unglaubwürdigkeit wird noch gesteigert dadurch, wenn man Äußerungen von Oscar Walcker zu der Person Hans Henny Jahnns hinzuzieht, die sich mehr und mehr verdunkeln zum Kriegsende hin.

 

Aus dieser Briefsammlung, die ich gerade begonnen habe, weiter zu studieren, werden hier bestimmt noch einige Beispiele gezeigt. Besonders dann, wenn diese Aufschluß geben können über wirklich interessante Orgeln aus diesen Zeiten, die überlebt haben.

 

 

gwm

Wilhelm Sauer - Orgelwerkstatt 1831-1995, H.J. Falkenberg, 2 Bände

Samstag, Februar 21st, 2009

Falkenberg hat mit diesen beiden Bänden einen Standard geschaffen für Orgelliteratur über Orgelbauer und ihre Werkstätten. Beide Bände zeichnen sich aus durch eine sehr gute Lesbarkeit, umfassende akribische Aufnahme aller wissenswerter Fakten, gute Übersicht. Die Bücher sind sowohl leicht lesbar und können gut für die Praxis verwendet werden.

Der erste Band erschien kurz nach der Wende im Verlag Rensch 1990, der zweite, leider in der Qualität etwas dürftiger ausgefallen, im Musikwissenschaftlichen Verlag, Kleinblittersdorf 1998.

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Mit dem ersten Band “Wilhelm Sauer 1831-1916″ erhalten wir eine hervorragende Darstellung der Geschichte rund um die Firma und Wilhelm Sauer, im zweiten Teil des Buches werden die einzelnen Orgeln der Reihe nach vorgeführt, mit hervorragenden Skizzen oder Fotografien und Dispositionen, die allesamt erläutert werden. Man kann diesen Band wie ein Lesebuch durch die Deutsche Orgelromantik studieren. Es macht unheimlich Spass hierUntersuchungen anzustellen. Nachfolgend das Deckblatt des Buches, Inhalt und ein Musterblatt, das mir besonders gefiel.
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Der zweite Band im Verlag meines Vaters erschienen, beschäftigt sich also ab 1910, wo das Unternehmen bis 1999 im Eigentum der Familie Walcker war, mit der wechselvollen Geschichte durch die zwei Weltkriege und der noch lange nicht aufgearbeiteten Zeit der Ulbricht-Honecker-Ära. Sehr interessant die wirtschaftlichen Zusammenhänge die Falkenberg erläutert, und natürlich werden die Dispositionen, Mixturzusammensetzungen und Windladensysteme sowie Zusammenhänge dazu erläutert.

Hier also Titelblatt, Inhaltsverzeichnis und Beispielblatt

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gwm

Die Freiburger Praetorius Orgel, Markus Zepf, 2005, Rombach-Verlag

Donnerstag, Februar 5th, 2009

Auf der Suche nach vergangenem Klang.

Das Buch von Markus Zepf, an dem ich in geringem Umfang durch Materialbeistellung etwas mitwirken konnte, war für mich seit seiner Geburtsstunde ein unheimlich spannendes Erlebnis, das, als es mir dann endlich in gedruckter Form in Händen lag, einen tiefen Eindruck auf mich hinterlassen hat.

Die Zeit der 20er Jahre wäre, würde man das Kunststück vollbringen können, die Nazis aus dieser Zeit auszuschliessen, wohl das spannendste Kapitel der deutschen Literatur und damit verwoben auch der deutschen Orgelbaukunst geworden sein. Wobei darüber nichts gesagt sein soll über irgendwelche Qualitäten von Kulturstufen, wie das vielleicht von Oswald Spengler in seinem “Untergang des Abendlandes” tiefsinnig getan wurde. Je weiter wir aber von dieser Zeit abrücken, um so exotischer wird diese Zeit für uns. Daher sind wir als Nachkriegsgeneration immer dankbar, wenn es Einer geschafft hat, zurückzukriechen ins mythische Dunkel dieser verschlossenen Epoche, um dort ein paar Silberbarren herauszuschälen aus diesem Gebirge, und uns Klarheit zu verschaffen, wie es denn da war, als man fundamentale Orgeln baute, wie jene “Praetorius” auf Taschenladen, was dann eine ganze Orgelnation bewegt haben soll.

Jedenfalls hat Markus Zepf als umfassend gebildeter Akademiker das Thema “Praetoriusorgel” und “Klangideale” so glasklar im Griff gehabt, als der dieses Stück Literatur geschaffen hat, dass er ganz spielerisch die Zusammenhänge mit dieser Zeit “tanzen” lassen konnte . Und in der Tat werden hier die Klänge und Klangvorstellungen aller Orgelepochen unter die Lupe genommen und auch in Form von Zahlen auf den Tisch gelegt. Wir erfahren etwas über die nicht unproblematischen Begriffe wie “Barock-Orgel”, was Gurlitt in “Früh-Hoch-Spätbarock gliederte und damit den periodischen Wechsel der Zeiten zur Geltung kommen lässt. Und wir erfahren auch die Problematik die hinter solchen Begriffseinteilungen steht.

Das Buch ist in drei Hauptteile unterteilt, 1) die Elsässische Orgelreform 2) Das Instrument aus dem Geist der Musikwissenschaft Die Praetorius Orgel von 1921 und 3) Zur Rezeption der Praetorius-Orgel mit der Freiburger Orgeltagung von 1926

Alle drei Teile werden abschliessend und schön übersichtlich am Ende zusammengefasst erneut serviert.

Das Buch ist für das Verständnis der Nachkriegsbewegung ab 1945 und der Bewegung in den 20er Jahren eine unglaublich große Hilfe, weil viele Bewegungen um Gurlitt, Jahnn, Mahrenholz, Schweitzer und Straube kaum in anderem Schrifttum der neueren Zeit so intensiv durchleuchtet wurden wie eben hier. Dr. Zepf ist Organist und geht die Sache auch durchweg von der hörenden Seite her an, man merkt unwillkürlich in vielen Stellen des Buches, dass hier ein praktisch erfahrerener Orgelspieler und nicht nur ein Schreiber an einer wichtigen Studie gearbeitet hat.

Das Buch wurde von mir bereits zum zweiten Mal gelesen, was überhaupt nicht schwer fällt, denn der Schreibfluss ist durchaus harmonisch bewegt und man kommt in seltensten Fällen ins Stocken. Spannend wird berichtet, wie bei einer aktuellen Reportage.
Pluspunkte:

  • gute Darstellung der historischen Zusammenhänge !!
  • sehr gute Darstellung von Mensuren, Zungen mit Dicken, Kehlenbreiten etc.
  • gutes Literaturverzeichnis
  • sehr gute Lesbarkeit des ganzen Buches

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und hier zwei Seiten

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Restaurierung pneumatischer Orgeln, Pape-Verlag, 1995, 190 Seiten

Dienstag, Februar 3rd, 2009

In diesem Buch kommen Praktiker und Organisten zu Wort. Es handelt sich um eines der ersten Bücher, das sich mit der Restaurierung pneumatischer Orgeln auseinandersetzt. Die Berliner Domorgel von Sauer war hierzu ein wichtiges Glied, und das wurde in dem Buch von Peter Dohne ausgiebig erläutert. Sehr gut auchsind die Artikel von Martin Rost, Christian Scheffler und Alfred Reichling.

Aus dem Inhaltsverzeichnis und ein paar Musterseiten kann man ersehen, welche Bedeutung dieses Buch hat, auf das ich selbst immer gerne wieder zugreife.

Neben Fotos sind Zeichnungen, Funktionsschemata, verschiedene Dispositionen und auch Mensuren von Röver-Orgel aufgeführt.

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Die moderne Orgel, Karl Lehr, 1912

Montag, Februar 2nd, 2009

Die moderne Orgel in wissenschaftlicher Beleuchtung.

Karl Lehr war Domorganist in Worms und hat mit diesem Buch, das immerhin 260 Seiten aufweis, zumindest bei der Firma Walcker großen Anklang gefunden, denn sein Buch war im Technischen Büro der Firma ausgelegt, was seine heutigen Spuren nicht verhehlen kann. Es ist völlig zerfleddert.

Lehr hat in diesem Buch etwa 50 Lehrsätze aufgestellt, die er proklamiert und danach begründet. Darunter sind sind solche allgemeinen wie LEHRSATZ 40. Der Obertonreichtum einer Orgelpfeife ist abhängig von dem Material derselben. Sehr gut finde ich die Berechnungen, die Lehr im ersten Teil seines Buches bei den verschiedenen Bälgen demonstriert und akribisch in Zeichen und Formeln hüllte.

Er begründet auf zwei Seiten die Vorteile der pneumatischen Traktur gegen die mechanische, und kommt dann mit der elektrischen Traktur auf die Heidelberg Voit-Orgel zu sprechen und weiter Werke. Das Buch ist eines der wenigen, das ganz ausgiebig auf die Röhrenpneumatik eingeht und das auch gute Grafiken dazu mitliefert.

Eine weitere Stärke dieses Bandes ist die Beschreibung des Orgelklanges, von den einzelnen Register bis zur Disponierung, Registrierung und verschiedener Musterdispositionen.

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gwm

Die Orgel-Register und ihre Klangfarben, Carl Locher, 1912

Montag, Februar 2nd, 2009

Ein Nachschlagewerk für Organisten, Physiker und Physiologen.

Eine Schrift, die von einem Organisten so gehalten ist, dass der Kollege es versteht. Man nimmt es gerne in die Hand, obwohl man weiß, dass keine Universalität damit verbunden ist, die ist eher bei Eberlein zu finden.

Bei Locher hingegen haben wir noch den Finger am Puls der Zeit und wir haben einen typischen Organisten aus dieser Zeit am Wickel, der sich je nach Laune und Gutdünken über die “Melodiekoppel” ergötzen kann und der auch zwanglos über Spieltischanlagen und “Pneumatik” über zwei Seiten referiert. Oder er beschreibt im Register “Posaune” wie in Rotterdam ein Dr. von Schack Experimente mit einer schwingenden Stahlfeder gemacht hat, um den tiefsten hörbaren Ton herauszufinden. Also es ist mit Sicherheit keine wissenschaftlich tiefsinnige Analyse, die uns hier unter die lesenden Augen fällt, sondern eher etwas”Gemütliches”, das am brennenden Kamin mit einem Glas elsässischen Gewürztraminer in der Hand, seine beste Wirkung entfacht. Irgendwie hört man immer Orgelklänge während des Lesens, vielleicht die immanente Physiologie des Buches.

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gwm

Diversity in Unity, Hans Fidom, 2002

Montag, Februar 2nd, 2009

Discussion of Organ Building in Germany between 1880 and 1918.

353 Seiten, Titel, Inhalt in 4 Seiten

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Dieses Buch halte ich für die wichtigste Schrift überhaupt, die sich bisher mit der Spätromantik im deutschsprachigen Raum auseinandergesetzt hat. Es ist daher ein Problem, dass das Buch nur in englischer Sprache erschienen ist, wobei dann verschiedene Zitate in deutsch geblieben sind. Ein weiteres Problem bereitet die ins “Englische” übersetzten Fachbegriffe, wie auch die speziellen Begriffe der Windladen etc.. Ob damit die Verbreitung dieses wichtigen Werkes gefördert wird, wage ich zu bezweifeln.

Es gibt einen großen Anhang mit Orgeln aus dieser Zeit und ihren Dispositionen und auch einige Bilder , im Falle Walcker “Doesburg” sogar eine hervorragende Schnittzeichnung der Orgel, und es gibt ein riesiges Fußnotenverzeichnis sowie ein Quellenverzeichnis, das jedes “lesende Orgelherz” höher schlagen lässt.

Das Buch beleuchtet die damalige Zeit und führt uns Gedankengänge und Diskussionen aus dieser Zeit vor, um damit Disponierweise und Gestaltung jener Orgeln besser verstehen zu können. Das ist großartig gelungen.

gwm